Josephine Hayley-Barker (26), Koordinatorin von Retina Suisse Youth, lebt mit Retinitis pigmentosa und berichtet in ihrer Kolumne über den Alltag mit einer Seheinschränkung. In der fünften Folge spricht Josephine über ihre Erfahrungen mit Computer und Internet.
josephine.hayley-barker@retina.ch;
Ich werde so oft gefragt, ob ich als RP-Patientin einen speziellen Computer hätte. Die Antwort darauf ist: nein. Ich habe einen normalen Lenovo ThinkPad, jedoch mit einem Arbeitsspeicher von 32 Gigabite und einem starken Prozessor, sodass mein Computer die Kapazität hat für meinen Screenreader.
Screenreader, was ist das schon wieder? Ein Screenreader ist ein Programm, welches sehbehinderten Personen vorliest, was auf dem Bildschirm zu sehen wäre. Es gibt auch die Option, mit Vergrösserungsprogrammen zu arbeiten, wenn man noch genug sieht. Dabei kann man die Schriftgrösse ändern, den Cursor vergrössern und mit diversen grafischen Einstellungen die Farbe des Bildschirms ändern und so weiter und so fort.
Updates können mühsam sein
Da die Maus nicht immer so einfach zu finden ist, arbeiten sehr viele Sehbehinderte mit Tastenkombinationen, und davon gibt es zahlreiche. Es ist aber ein wenig mühsam, wenn man eine Tastenkombination kennt, und durch ein Update eines Programms wird diese plötzlich geändert. So gilt es, wieder mühselig herausfinden, was nun die neue Tastenkombination ist.
Ausserdem kann es gut sein, dass «Office» ein Update veranlasst und dann der Screenreader nicht mehr richtig funktioniert. Und zwar so lange, bis der Screenreader ein Update erhält und dieses auch funktioniert. Doch dann macht «Office» wieder ein Update – und es geht wieder nicht.
KI-Bilder und hinterlegte Sprache
Oftmals stösst man auch auf Webseiten, die mit Bildern vollgepflastert sind oder auf denen die Sprache auf Englisch hinterlegt ist, obwohl eigentlich alles auf Deutsch sein sollte. Immerhin, mittlerweile kann der Screenreader die KI-Bilder durchaus erkennen und eine Beschreibung liefern.
Doch letztlich bleibt die Erkenntnis: Es wird immer Hürden im Bereich des Internets geben, und damit müssen wir Sehbehinderte einfach leben.

