«So wasche ich»

Josephine Hayley-Barker (26), Koordinatorin von Retina Suisse Youth und Vorstandsmitglied von Retina Suisse, lebt mit Retinitis pigmentosa und berichtet in ihrer Kolumne über den Alltag mit einer Seheinschränkung. In der zweiten Folge geht es darum, wie Josephine die Waschmaschine bedient.

josephine.hayleybarker@retina.ch

Wie alle Personen muss auch ich meine Kleider waschen. Da die Benutzung der gemeinsamen Waschküche an meinem Wohnort mir zu viele Komplikationen bescherte, habe ich meine eigene kleine Drei-Kilogramm-Waschmaschine im Badezimmer.

Die Problematik der gemeinsamen Waschküche war zum einen, dass die Mitbewohner nicht an den Plan hielten oder dieser sich plötzlich in Luft auflöste. Ausserdem musste ein Assistent mich in den Waschplan eintragen.

Hinzu kam, dass die verschiedenen Waschmaschinen für mich nicht so leicht zu bedienen waren. Sie haben viele Knöpfe, und je weniger ich sehe, desto schwieriger ist es zu erkennen, welcher Knopf für welche Temperatur ist.

Meine eigene kleine Waschmaschine befindet sich, wie gesagt, bei mir im Badezimmer. Ich schliesse sie an den Wasserhahn im Bad an, und in die Badewanne fliesst auch das Schmutzwasser ab.

Die Drehknöpfe bedienen

Ich lege also die Wäsche in die Maschine hinein und schliesse die Tür. Meine Waschmaschine hat drei Drehknöpfe und weist ein paar taktile Punkte auf, das heisst für die Kennzeichnung von Gang, Temperatur und Schleudergang sowie natürlich für den Start.

Dann wähle ich die Temperatur aus. 30° Celsius und 50° Celsius sind mit Punktschrift angeschrieben, und ansonsten zähle ich die Temperatur mit Hilfe des Drehknopfs ab.

Um den Waschgang zu starten, drehe ich einen dritten Drehknopf immer weiter nach links, bis das nicht mehr geht, sodass ich die Schleuderfunktion miterwische.

Nun geht es ans Warten, bis die Wäsche fertig ist. Danach nehme ich die Kleider aus der Maschine heraus und hänge sie im Wohnzimmer auf. Jetzt kann das Trocknen beginnen.

Tipps fürs Waschen (und Bügeln) gefunden

Übrigens habe ich in einer der letzten Ausgaben des Retina Journals nützliche Tipps gefunden, wie man ans Waschen (und Bügeln) geht. Hier sind sie:

«(…) Wenn man als sehbehinderte Person Wäsche reinigen will, dann ist der allererste Schritt der folgende: Die Sockenpaare sind vor dem Waschen mit sogenannten Sockenringen zusammenzustecken; diese Ringe kann man von verschiedenen Anbietern von Hilfsmitteln erhalten.

Für kleine delikate Wäschestücke wie z.B. Seidenstrümpfe gibt es spezielle Netze mit Reissverschluss, die in die Waschtrommel gelegt werden können. So lässt sich vermeiden, dass solche Stücke beschädigt werden oder dass man zusammengehörige Söckchen mühsam aus der übrigen Wäsche herausklauben muss.

Am besten ist es, die dreckigen Wäschestücke nach Sorten geordnet aufzubewahren, sodass vor dem Waschen kein Mehraufwand entsteht. Zum Beispiel bildet man separate Haufen mit Wäschestücken, die hell oder dunkel sind, zur Koch- oder zur Feinwäsche gehören, und dergleichen mehr.

Waschmittel in Form von Tabs lassen sich leicht, sauber und genau dosieren (…).» (Auszug aus dem Retina Journal 159/2025)

Bügeln – oder auch nicht

«Um das Bügeln überflüssig zu machen, kann man die Kleidungsstücke mit geringer Umdrehungszahl schleudern lassen und sie anschliessend so aufhängen, dass schwere Teile der Kleidung nach unten hängen und so die Wäsche glattziehen.

Wer auf gebügelte Kleidung Wert legt, kann statt eines Bügeleisens zu einer sogenannten Bügelpuppe greifen. Diese wird mit den frischgewaschenen, feuchten Hemden und Hosen bekleidet, anschliessend bläst man heisse Luft in die Puppe und damit auch durch die Kleidungsstücke.

Der Effekt: Zum einen trocknet man so die Kleidung, zum anderen wird sie durch den Luftdruck in der Puppe automatisch gestrafft.» (Auszug aus dem Retina Journal 159/2025)